Hintergrund

"Kein Ticket - Bahn setzt Mädchen in Dunkelheit aus"

"Eigentlich sollten Mädchen nicht allein im Dunkeln unterwegs sein. Es sei denn, sie werden dazu gezwungen: Weil eine Zwölfjährige ihre Fahrkarte vergessen hatte, wurde sie aus dem Zug geworfen."
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 22.10.2008
www.sueddeutsche.de/panorama/kein-ticket-bahn-setzt-maedchen-in-dunkelheit-aus-1.543329

"16-jährige aus dem Zug gewiesen - Ausgerechnet in der bisher kältesten Nacht dieses Jahres hat eine Schaffnerin eine 16-Jährige des Zuges verwiesen, die ihr Ticket nicht komplett bezahlen konnte."

"Weil einer Schülerin zwei Euro für die Fahrkarte fehlten, hat eine Schaffnerin der Deutschen Bahn die 16-Jährige bei eisiger Kälte auf dem bereits geschlossenen Bahnhof in Königs Wusterhausen zurückgelassen."
Quelle: Der Tagesspiegel, 28.01.2010
www.tagesspiegel.de/berlin/brandenburg/16-jaehrige-aus-dem-zug-gewiesen/1672504.html

"Kontrolleure warfen Mädchen fünf Kilometer von Zuhause aus dem Bus"

Quelle: Hamburger Abendblatt, 09.02.2009
www.abendblatt.de/hamburg/article151491/Weinend-stand-Mareike-am-Strassenrand.html

"Fahrkarte vergessen - Busfahrer lässt Nico (11) 9 Kilometer laufen"

"Weil er seine Schülerkarte zu Hause vergessen hatte, hat ein Busfahrer einen 11-jährigen Jungen aus Uetze bei Hannover knapp neun Kilometer zu Fuß nach Hause laufen lassen."
Quelle: Hamburger Abendblatt, 02.02.2009
www.abendblatt.de/region/norddeutschland/article149698/Busfahrer-laesst-Nico-11-neun-Kilometer-laufen.html

"Schülerausweis vergessen - Bahn setzt erneut junges Mädchen aus"

"Eine 13-jährige Schülerin war (...) auf der Fahrt mit einem Regionalexpress der Linie RE6 von Heiligengrabe nach Neuruppin. Da sie bei der Fahrkartenkontrolle keinen Schülerausweis vorweisen konnte, forderte der Schaffner das Mädchen auf, den Zug in Wittstock zu verlassen. Obwohl die Schülerin unter Tränen versichert haben soll, weder Geld für eine Weiterfahrt, noch ein Handy zu Benachrichtigung ihrer Mutter dabeizuhaben, blieb der Zugbegleiter bei seiner Anweisung."
Quelle: WELT ONLINE, 07.11.2008
www.welt.de/regionales/berlin/article2690975/Bahn-setzt-erneut-junges-Maedchen-aus.html

"Erneut Kind aus Zug geworfen - 14-jährige Schülerin aus Zug verwiesen"

"Ein weiterer Fall von Rausschmiss. Eine Berliner Schülerin wurde trotz Fahrausweis des Zuges verwiesen. Der Ausweis war erst für einen späteren Zeitpunkt gültig."
Quelle: Hamburger Abendblatt, 11.11.2008
www.abendblatt.de/vermischtes/article950554/14-jaehrige-Schuelerin-aus-Zug-verwiesen.html

Immer wieder lesen wir von Vorfällen, in denen Busfahrer oder Schaffner eine minderjährige Person vor die Tür setzen. Schnell stellen wir uns, wie die Medien, auf die Seite der Opfer und beschäftigen uns nicht weiter mit dem Fall. Die Beweggründe der verantwortlichen Menschen kennen wir nicht, wir halten sie für kaltherzig und gefühlslos. 

Oft aber führen privater und beruflicher Stress, gerade als Schaffner oder Busfahrer, zu Überreaktionen die rechtlich nicht erlaubt, in gewissen Situationen aber nachvollziehbar sind. Wenn eine solche Überreaktion wie in „Linie 102“ tragische Folgen nach sich ziehen, kann der Verursacher schnell zu einem Opfer seiner eigenen Schuldgefühle werden.

Was wäre wenn ich anderes entschieden hätte? Warum musste mir das passieren? Warum konnte ich nicht Ruhe bewahren? .... Fragen mit denen der Betroffene alleine dasteht, da er im öffentlichen Umfeld kaum Akzeptanz für sein Vorgehen findet. Schuld, die so nicht geplant war.

Ohne eine klare Definition von Schuld oder Unschuld geben zu wollen, will der Film „Linie 102“ die Schuldfragen beleuchten, die aus einer Verkettung von Umständen entstehen. Schuld, an denen der vermeintlich Schuldige nur ein kleines Zahnrad im Gesamtgetriebe ist.